i-hoch-3
i-hoch-3 · das Netzwerk

Erst bist du allein, dann seid ihr zwei, dann ist es ein Ort.

i³ ist eine Ideenwerkstatt. Bring eine Frage mit, oder hilf bei einer, die schon auf dem Tisch liegt. Was dabei herauskommt, darf jeder nehmen.

§1 · Kultur

i1 — die erste Potenz: das Individuum.

Das erste i bist du: deine Herkunft, deine Sprache, deine Geschichte, das Rezept, das du kochen kannst. Noch bevor du jemanden triffst, bringst du mit, wer du bist. Kultur ist die Summe davon — und die Frage, was davon hier Platz hat.

Identität

Der eigene Name, richtig ausgesprochen.

Was du mitbringst, gehört erstmal dir. Aber in jeder Gruppe wirst du irgendwann zu einer Rolle. Der mit der Technik. Die, die übersetzt. An einem guten Ort darfst du sie auch wieder abgeben.

Inklusion

Alle dürfen kommen — das ist der Anfang.

Dazu gehört, dass auch vorkommt, was die Leute mitbringen: ihre Musik, ihre Feste, ihre Sprache.

Integration

Gast, Besuch, Nachbar — der Unterschied ist die Aufgabe.

Zum Nachbarn wird man über eine Aufgabe. Meistens eine kleine. Und meistens fragt jemand, ob du sie übernimmst.

Interkulturalität

Zwei Sprachen im selben Raum, und keine muss leiser werden.

Das entscheidet sich an praktischen Fragen: In welcher Sprache kommt die Ansage? Wer übersetzt? Und traut sich jemand zu sagen, dass er den Witz nicht verstanden hat?

Institution

Den Ort gibt es oft schon.

Kulturzentren, Vereine, Jugendhäuser. Sie haben Räume, Technik und Leute, die kommen. Man muss keinen neuen erfinden.

§2 · Dialog

i2 — das erste i, potenziert durch ein zweites.

Wenn du auf jemanden triffst, wird aus deiner Sache eine andere. Du erzählst sie, jemand fragt nach, und am Ende denkst du anders darüber als vorher. Planen kann man das nicht, wahrscheinlicher machen schon.

Interaktion

Jemand fragt nach, und aus dem Vortrag wird ein Gespräch.

Das Beste passiert oft zwischen den Programmpunkten. In der Nachfrage, im Widerspruch, in dem Satz: Ich mach mit.

Initiative

Einer fängt an, damit andere mitmachen können.

Vorher gibt es nichts, wo man mitmachen könnte. Ein Datum, ein Ort, eine Ansage — und auf einmal ist da etwas, zu dem man dazukommen kann.

Information

Einmal erklärt, allen erklärt.

Wo der Förderantrag herkommt. Wer die Technik hat. Wann Anmeldeschluss ist. Irgendwer weiß das längst — es steht nur nirgends.

Inspiration

Du kommst mit einer Idee und gehst mit einer anderen.

Manchmal bringt sie jemand mit, manchmal steckt sie im Thema. Oft entsteht sie einfach dadurch, dass zwei Gruppen nebeneinander arbeiten und einander zuhören.

§3 · Gemeinschaft

i3 — Begegnung, die einen Raum bildet.

Zwei, die sich einmal treffen, sind noch keine Gemeinschaft. Gemeinschaft ist, wenn jemand merkt, dass du nicht da warst — und wenn es auch dann weitergeht, falls einer aufhört.

Infrastruktur

Wenn nur einer den Schlüssel hat, hängt alles an seinem Kalender.

Strom, Stühle, ein Konto, ein Kalender, in den jeder schreiben darf. Klingt nach nichts, aber ohne das bleibt es bei einzelnen Abenden.

Intergenerationell

Jung und Alt am selben Tisch — und beide lernen voneinander.

Der eine weiß, warum es beim letzten Mal schiefging. Die andere weiß, was inzwischen nicht mehr gilt. Zu zweit ist das ein Gespräch. In einer Gemeinschaft wird daraus ein Gedächtnis.

Interesse

Du kommst wegen der Sache und bleibst wegen der Leute.

Am Anfang ist es ein Thema: dieselbe Musik, dasselbe Anliegen, dieselbe Frage. Irgendwann kommst du auch an den Abenden, an denen das Thema dich gar nicht interessiert.

Intimität

Irgendwann musst du nicht mehr erklären, wie es dir geht.

Vertrauen entsteht, wenn dieselben Leute oft genug wiederkommen. Große Gruppen brauchen dafür kleine Runden — eine, in der du auch mal schweigen kannst, ohne dass es auffällt.

Offene Fragen

Was wird möglich, wenn man nicht allein ist?

Das fragen sich gerade viele, die Kultur machen oder soziale Arbeit. Hier wird daran gearbeitet.

Wovon lebt ein Ort, an dem nichts verkauft wird?

Jahrzehntelang war die Antwort einfach: von der Stadt, vom Land, von einer Stiftung. Die Antwort gibt es noch — nur seltener, und meistens nur für ein Jahr.

Wie macht man, was nötig ist — und nicht, was gefördert wird?

Wer von einem Topf abhängt, richtet sein Programm danach aus. Meistens, ohne es zu merken.

Was, wenn die Stadt kein Geld mehr hat?

Kultur ist für Kommunen eine freiwillige Aufgabe. Wenn gespart werden muss, ist sie als Erstes dran — und niemand ist verpflichtet, das aufzufangen.

Darf Kultur Geld verdienen, ohne Leute auszuschließen?

Jeder Euro Eintritt hält irgendwen draußen. Jeder Euro Förderung macht abhängig. Dazwischen liegt die Frage.

Wie sieht eine Wertschöpfung aus, die weder Antrag noch Eintritt ist?

Ein Abend, ein Ort, ein Gespräch — das schafft etwas, das niemand bezahlt und alle brauchen. Wie wird daraus etwas, das trägt?

An welche Lösung haben wir noch nicht gedacht?

Genossenschaft, Mitgliedschaft, Stiftung, Abo — alles bekannt. Ob eines davon hier passt oder etwas ganz anderes, weiß noch keiner.

Antworten gibt es noch keine. Darum ist es eine Werkstatt.

Der Kosmos · Übersicht

Drei Vorhaben, ein Verein.

hilfesuchen, toleranz durch aufklärung und die jugendkulturwoche — und junitii, der Verein, der sie tragen soll. Die Übersicht zeigt, wie das zusammenhängt und was davon es schon gibt.

Übersicht öffnen →
Mitmachen

Wo du anfangen kannst.

Wir fangen gerade an — darum fehlt an vier Stellen jemand.

Du hast eine Frage, auf die noch keiner eine Antwort hat.

Bring sie mit. Eine liegt schon da: Nach welchen Regeln wollen wir miteinander arbeiten?

Du findest, es sollte den Verein geben.

Ein Verein braucht sieben Leute, die ihn gründen. Du könntest einer davon sein.

Du willst eine Jugendkulturwoche machen.

Mach eine. Bei dir, wann du willst. Was andere dabei gelernt haben, sollst du nicht nochmal herausfinden müssen.

Du hast einen Raum.

Kulturzentrum, Jugendhaus, Vereinsheim. Du hast den Ort — das Programm können wir zusammen machen.

Eine Adresse für alles. Schreib einfach, worum es geht.